»Wir sind eingeseift worden«: Bernstein, die Kriegskredite und die Gründung der USPD

Eduard Bernstein Gesellschaft

Im April 1917 wird die USPD gegründet. Auch Eduard Bernstein geht den Weg der Opposition gegen Kriegskredite und Annexion mit. Doch bald zersetzt Streit die SPD-Linken, Abertausende kehren dem organisierten Sozialismus den Rücken. 

Am 1. April 1917 kündigte das »Mitteilungsblatt des Verbandes der Sozialdemokratischen Wahlvereine Berlins und Umgebung« eine »Einladung an die oppositionellen Gruppen in der Sozialdemokratischen Partei« an. In den Ostertagen werde in Gotha eine »nichtöffentliche Konferenz« stattfinden, das »Mitteilungsblatt« druckte auf zwei Seiten Organisationsgrundlinien und den Appell »Sammeln« ab: »Die ihrer Parteirechte und ihrer Parteizugehörigkeit mit List und Gewalt beraubte sozialdemokratische Opposition steht vor einem wichtigen Schritt«, heißt es da. »Sie will ihre versprengten und heimatlos gemachten Kräfte zusammenfassen uns in einer neuen Organisation sammeln.« Zwei Wochen später wird im »Mitteilungsblatt« über die Gründung der USPD bei jener Gothaer Konferenz berichtet: »Ein Schritt nach vorwärts ist getan.« Das SPD-Parteiblatt »Vorwärts« nimmt keine Notiz von der Neugründung…

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